Zwei Niederbayern auf der ÜberholspurBlitz.Schnell


Maximilian Springer aus Philippsreut und Johannes Gutsmiedl aus Hinterschmiding haben an der TU München Luft- und Raumfahrttechnik studiert. Mit vollem Einsatz nahmen sie gemeinsam mit ihrem Team „WARR Hyperloop“ an einem weltweiten Wettbewerb teil.

Für was steht das „WARR“ in eurem Teamnamen?

Das steht für Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft für Raketentechnik und Raumfahrt.

Was ist ein Hyperloop?

Ein Hyperloop ist ein besonders schnelles Transportmittel. Die Idee stammt von Elon Musk, der in Zukunft den Personentransport revolutionieren möchte, indem er Menschen in einer Kapsel durch eine Vakuumröhre befördert wird. Die Kapsel soll, wenn die Technik dementsprechend ausgereift ist, eine Geschwindigkeit von 1125 km/h erreichen. Hierzu beauftragte die Firma SpaceX einen international ausgeschriebenen Wettbewerb.
Der Tesla-Gründer stellte seine Vision mehreren Firmen vor – so entstanden neue Firmen, die sich um die Realisierung dieses Projekts kümmern. Ein Projekt, welches gerade in Abu Dhabi läuft, kommt diesem Vorhaben zur Zeit am nächsten.

Welches ist das langfristige Ziel von Elon Musk?

Sein Ziel ist es, mit der Kapsel die Schallgeschwindigkeit zu durchbrechen und so einem möglichst schnellen Transport zu ermöglichen. Für die Strecke von Berlin nach München würde man so zum Beispiel nur noch 30 Minuten benötigen. 

Wie kommt ihr beiden dabei ins Spiel?

Zu dem von Elon Musk ausgeschriebenen Wettbewerb reichten 700 Teams im Sommer 2015 ihre vorläufigen Konzepte ein, 120 Teams wurden anschließend nach Texas an die A&M Universität eingeladen – inklusive unserer Gruppe „WARR Hyperloop“. 

Was versteht man unter einem vorläufigen Konzept?

Dieses Konzept beinhaltet explizit die Informationen, die man zur Umsetzung der Idee benötigt welche Materialien dafür notwendig sind.

Wie viele Mitglieder hattet ihr zu Beginn dieses Großprojekts?

Am Anfang waren wir zu zehnt. Gegen Ende des Wettbewerbs haben 37 Studenten der TU München an dem Prototypen gearbeitet, die meisten von uns waren Masterstudenten.


Seid ihr für diese Arbeit bezahlt worden?

Nein, das war Arbeit, die wir in unserer Freizeit machten, daran hat keiner verdient.

Wie verlief der Wettbewerb weiterhin? 

Wir sind im Januar mit dem ersten Sponsorengeld nach Texas geflogen und stellten Experten unser Konzept persönlich vor. Sie fanden unsere Idee gut, womit wir neben 27 anderen Teams die Möglichkeit bekamen, einen eigenen Prototypen zu bauen. Wieder in München mussten wir an der Finanzierung unseres Prototypen arbeiten – aus dem Landkreis Freyung-Grafenau bekamen wir unter anderen die Unterstützung von Wagner Metalltechnik, der Schreinerei Springer und der Thomas Krenn.AG. Unser Hauptsponsor war Airbus, insgesamt hatten wir 20 Firmen, die unser Vorhaben Sponsoren unterstützten – und ohne die wir unseren Traum niemals hätten verwirklichen können. 

Da wir ab Oktober ein Auslandssemester absolvieren sollten, mussten wir unser Arbeitspensum stark erhöhen. So waren wir mit unserem Prototypen schnell fertig und veranstalteten am 4. Juli 2016 ein Event, damit der Prototyp vor seiner Reise nach Amerika bei uns an der Uni vorgestellt werden konnte. 

Leider wurde der Wettbewerb vom Sommer 2016 auf Januar 2017 verschoben. Da wir zu diesem Zeitpunkt bereits im Ausland waren, mussten wir unsere Jobs im Team abgeben. Johannes hatte bis zu diesem Moment die technische Gesamtleitung und ich war der Leiter des Strukturteams.


Wie groß und teuer war euer Prototyp?

Das Fahrzeug war 4,5 m lang, 1 m breit und 1,2 m hoch und belief sich auf insgesamt 350.000 €. 

Hattet ihr einen Ansprechpartner bei SpaceX?

Uns wurde von SpaceX ein Team zugeteilt, das uns betreute und half, wenn wir Schwierigkeiten hatten. Auch lieferten wir diesem Team alle zwei Wochen ein Update unserer Arbeit. 

Wie endete der Wettbewerb für euch im Januar 2017 ? 

Wir haben den Prototypen per Luftfracht nach Los Angeles verschickt und unser gesamtes Team  reiste hinterher. Die Kapsel musste während des Wettbewerbs fünf verschiedene Tests bestehen. Man kann sich das wie beim TÜV vorstellen. 

Es wurde überprüft, ob die Systeme funktionierten, alles sicher und vakuumdicht war. Durch diese Tests haben es nur drei Teams geschafft. Elon Musk ließ bereits 2016 eine Hyperloop - Testrecke mit einer Länge von etwa einer Meile (ca. 1,6 km) bauen – dort präsentierten wir unser Fahrzeug. Mit 94 km/h waren wir die Gruppe mit dem schnellsten Prototypen und gewannen somit den Hyperloop 2017. 

Wie ging es nach diesem großen Erfolg für das Team „WARR Hyperloop“ und für euch weiter?

Das Team besteht natürlich weiterhin. Wir haben im Sommer 2017 das zweite Mal gewonnen und dabei einen Weltrekord aufgestellt. Der Prototyp flog diesmal mit einer Geschwindigkeit von 324 km/h durch die Röhre. Johannes und ich haben vor ein paar Wochen unsere Masterarbeiten abgegeben und sind somit fertig mit dem Studium. 


Text: Lea Feuchter Bilder: WARR Hyperloop

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