Zu Hause in München, in Freyung die HeimatKunst.Welten


Den Lebensmittelpunkt in München und das Herz im Bayerischen Wald – so könnte man das Leben des Freyunger Künstlers Alfons Neubauer beschreiben.

"Man sieht die Heimat aus der Ferne anders", erläutert Alfons. Der studierte Bildhauer und Archäologe genießt die Dualität zwischen dem rasenden Puls der Stadt und dem Durchatmen auf dem Land.

Der 61-jährige Künstler verließ Niederbayern mit einem Ziel: Restaurator zu werden. In der Glyptothek – dem ältesten öffentlichen Museum in München – fand er schließlich seinen Platz und kümmert sich seitdem um den Erhalt antiker Figuren.

Doch die Wurzeln seines künstlerischen Schaffens liegen im Bayerischen Wald, in Freyung. Durch seinen Kunsterzieher Peter Dellefant erhielt er früh Impulse für sein späteres Werk. Aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit im Kunstverein Wolfstein, aber auch durch die beiden Freyunger Brunnen – Pfenniggeiger- und Stadtbrunnen – blieb Alfons stets präsent. "Ich hätte nie gedacht, dass die Kunst für mich ein so Leben ausfüllendes und erfüllendes Thema sein könnte", schwärmt der Freyunger.

Was Alfons an München so liebt, wird ihm manchmal dennoch zu viel: "Die Überfülle der Stadt ist das krasse Gegenteil zum Bayerischen Wald. Der ist für mich eine Art Gegenwelt. Hier spielt das Wahrhafte eine große Rolle: Die Menschen sind mit wenig sehr zufrieden – und das ist gut fürs Herz."


Dennoch hat das moderne Leben hier schon vor einiger Zeit Einzug gehalten. Es gibt ein Kino und die Innenstadt ist lebendig wie nie, wie Alfons anerkennend bemerkt. So verwundert es nicht, dass der Musiker und Künstler gemeinsam mit seinen Künstlerkollegen Gabi Hanner, Manfred von Glehn und Rudi Ranzinger die Künstlergruppe WOYD ins Leben gerufen hat.

Ihre Ausstellung "ouverture" ist im Schloss Wolfstein vom 16. September bis zum 11. November zu bewundern. Alfons freut sich, dass sich sein Wunsch erfüllt hat, in diesen alt ehrwürdigen Mauern ausstellen zu dürfen. 

"Dabei war aber keine große Überredungskunst notwendig. Ich kenne die Künstler und deren Arbeiten schon lange", erläutert Marina Reitmaier-Ranzinger, Kulturreferentin im Landratsamt Freyung-Grafenau.

Das Thema der Ausstellung ist locker unter den Begriffen Wald und Bäume zusammengefasst. Die Vielfalt in den Serien der Künstler verdeutlicht zum einen die ganz unterschiedlichen Arbeitsweisen, zum anderen die gemeinsame Liebe zur Heimat. Plastische, grafische sowie gemalte Werke runden sich gegenseitig ab. 

"Wir glauben an die Qualität des anderen", erläutert Alfons. Auch aus diesem Grund wurde die Ausstellung ein Gemeinschaftsprojekt. Sie spiegelt in den einzelnen Umsetzungsarten gemeinsame Ideale rund um die Heimat – den Bayerischen Wald – wider.



Text: Isabelle Matějka Bilder: Isabelle Matějka

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