Neuauflage für den „B4Y3RW4LD Hackathon“ in FRGNetz.Werk


Landkreis, Technologie Campus Freyung, Gründerzentrum Digitalisierung Niederbayern und Niederbayern-Forum forcieren die Stellung des Bayerischen Waldes als Technologierregion.

Über zwanzig Stunden lang hat Lukas jetzt nicht geschlafen. Seine Wangen sind rot, er spricht leise und in kurzen Sätzen. Der junge Mann sitzt vor seinem Notebook. Hinter ihm die reinweiße Wand des Konferenzraums im Technologie Campus Freyung, vor ihm auf dem Bildschirm das Modell einer Webseite. Die Worte „Dead End“ sind darauf zu sehen, zu Deutsch Sackgasse, mit schwarzer, akkurat geführter Handschrift auf ein Schild geschrieben … Kein Weiterkommen? Das gibt es bei einem Hackathon nicht.

Lukas hat für sein Projektteam beim „B4Y3RW4LD Hackathon“ im Landkreis Freyung-Grafenau die Nacht durchgearbeitet …

 

Anlässlich der Gründerwoche im vergangenen Jahr stieg die Premiere: Der Landkreis Freyung-Grafenau, der Technologie Campus Freyung und der Niederbayern-Forum e. V. hatten erstmals in der Region einen sogenannten 24-Stunden-Hackathon organisiert. Weitere Projektpartner für die Veranstaltung waren der ITC1/Gründerzentrum Digitalisierung Niederbayern, der THD Startup Campus sowie die Hans Lindner Stiftung.

 

Jetzt wird es am 23. und 24. November 2018 in Freyung eine Neuauflage des erfolgreichen Formats geben:

 

 

Aber was steckt eigentlich hinter dem Begriff „Hackathon“?

Die Online-Plattform Wikipedia sieht den Hackathon als eine kollaborative Software- und Hardwareentwicklungsveranstaltung: Ziel eines Hackathons ist es, innerhalb der Dauer dieser Veranstaltung gemeinsam nützliche, kreative oder unterhaltsame Softwareprodukte herzustellen. Die Teilnehmer kommen üblicherweise aus verschiedenen Gebieten der Software- oder Hardwareindustrie und bearbeiten ihre Projekte häufig in funktionsübergreifenden Teams. Hackathons haben immer ein spezifisches Thema oder sind technologiebezogen.

 

Mittlerweile ist neun Uhr Vormittag, am zweiten Tag des Hackathons. Lukas, der Schlaflose, gehört zu den Teilnehmern, die die bereitgestellten Feldbetten am Technologie Campus Freyung die ganze Nacht nicht gebraucht haben.

Er, der sonst als Netztechniker im Landkreis arbeitet, hat nach dem Hackathon-Auftakt nicht geschlafen, weil er einfach im Konferenzraum geblieben ist. Er hatte ein langes, intensives Date mit der Programmiersprache JavaScript. Bis zum Morgengrauen ist der 20-Jährige hier gesessen, vor weißen Zeilen Programmcode auf schwarzem Untergrund und hat nach Lösungen gesucht, im Team getüftelt!

 

Ein Hackathon ist wohl am besten umschrieben als Ideenfabrik auf Zeit. Programmierer, Designer und andere kreative Menschen werden für 24 Stunden eingeladen, miteinander zwanglos zu arbeiten. Ein paar von ihnen entwickeln Ideen für digitale Produkte oder Dienste, stellen sie vor und bilden mit anderen Teilnehmern ein Team, das aus der Idee ein fertiges Produkt macht. Oder zumindest einen Prototypen, eine vorläufige Version. Das Ergebnis stellt jedes Team am Ende in einer Präsentation vor.

Manchmal schon haben sich die Ideen aus Hackathons zu Unternehmen, teilweise zu Branchengiganten weiterentwickelt.


Professor Wolfgang Dorner, der Leiter des Technologie Campus in Freyung, war einer der „Gründerväter“ des Projekts. Er ist der Überzeugung, dass die Veranstaltung schier unbegrenztes Potenzial fördert: „Wir haben festgestellt, um einen erfolgreichen Hackathon zu organisieren, müssen wir ‚loslassen‘ können: Die Kleiderordnung, feste Arbeitszeiten und hierarchische Strukturen. Denn ‚Hackerthonis' kommen auf anderen Wegen und nach anderen Regeln zum Ziel. So ein Hackathon soll insgesamt ein Ausnahmezustand sein. Raus aus allen Strukturen, um offen zu arbeiten und grenzenlos zu denken.“

 

Seitens des Landkreises ist Regionalmanager Stefan Schuster für den Hackathon verantwortlich. Auch er sieht großes Potenzial in dem Format: „Viele junge Menschen in der Region beschäftigen sich intensiv auch in ihrer Freizeit mit dem Themenkreis IT, Technik, Programmierung und erarbeiten sich hier wertvolle Kenntnisse. Für unsere Unternehmen in der Region wächst hier technisch versierter Nachwuchs heran, der die Herausforderungen von morgen zu schultern in der Lage ist. Mit dem Hackathon bringen wir Unternehmen und technisch Versierte an einen Tisch. Insgesamt tun wir damit etwas für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und damit der Zukunftsfähigkeit der Region.“

 

Die Teilnahme am „B4Y3RW4LD Hackathon“ ist kostenlos. Infos und Anmeldung unter Öffnet externen Link in neuem Fensterinfo.tc-freyung@th-deg.de




Text: Stefan Schuster Bilder: Regionalmanagement Freyung-Grafenau

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