Benedikt HartlHOT Grafenau

Wer hier lernt – dem steht die Welt offen“

Seit 2010 gibt es in Bayern eine neue Ausbildung im Bereich Tourismus. An fünf staatlichen Berufsfachschulen können Auszubildende in drei Jahren eine Doppelqualifizierung erreichen, nämlich den Berufsabschluss als Assistent/-in für Hotel- und Tourismusmanagement und die allgemeine Fachhochschulreife.

Die berufliche Ausbildung an der HOT Grafenau ist kaufmännisch orientiert. Sie verknüpft betriebswirtschaftliche Kenntnisse und Fertigkeiten (Marketing, Organisation, Personalwesen, Projektmanagement) mit touristischen Inhalten (Eventmanagement, Destinationskunde, Kulturmanagement), Sprachen (Englisch, Spanisch) und Praxis aus der Hotellerie (Küche, Restaurant, Etage und Rezeption).

Wer ein Studium absolvieren will, kann parallel zur oder im Anschluss an die Ausbildung über den Kooperationspartner DIPLOMA ein Studium Bachelor of Arts Tourismusmanagement studieren.

Benedikt Hartl hat uns im Gespräch einige sehr interessante Einblicke gegeben. Er unterrichtet als Berufsschullehrer am Berufsschulzentrum Waldkirchen/Grafenau sowie an der HOT Grafenau, welche als Außenstelle zum Staatlichen Beruflichen Schulzentrum Waldkirchen gehört.

Benedikt ist 31 Jahre alt und kommt aus Haufang in der Gemeinde Saldenburg. Nach dem ersten Jahr als Referendar an der Berufsschule 2 in Passau wurde er an das Berufliche Schulzentrum Waldkirchen zugeteilt. Da dieses einige Berufe und Schularten zu bieten hat, ist er recht vielseitig eingesetzt. Er unterrichtet die Kaufleute für Büromanagement und Kaufleute im Einzelhandel. In seiner Freizeit spielt Benedikt gerne beim SV Saldenburg Fußball, wenn auch nicht mehr so aktiv wie früher. Außerdem geht er gerne laufen und auf Reisen.

Er erzählt uns, dass an der HOT die Schülerinnen und Schüler im Endeffekt zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Sie erhalten in ihren drei Ausbildungsjahren sowohl eine abgeschlossene Berufsausbildung als auch die Fachhochschulreife. Sie können also im Anschluss an die Berufsausbildung sofort ins Berufsleben starten oder ein Studium anschließen. Auch der Besuch der BOS 13 ist möglich. Ein weiteres Highlight sind die Praktika während der Ausbildung. Die Schülerinnen und Schüler absolvieren pro Schuljahr ein mehrwöchiges Praktikum in Betrieben der Tourismusbranche, wobei jeder Auszubildende seinen Schwerpunkt hier selbst wählen kann. Zwei dieser Praktikumsabschnitte können weltweit absolviert werden können. Mit Geldern von Erasmus+ werden hier die Auslandsaufenthalte im gesamten EU-Gebiet finanziell unterstützt.

Für Abiturienten gibt es eine Besonderheit: Sie gehen an vier Tagen der Woche zur Schule und können einen Tag in einem Betrieb ihrer Wahl verbringen, um praktische Erfahrungen zu sammeln und etwas Geld zu verdienen.

Wir haben Benedikt gefragt, ob er jungen Leuten eher eine Berufsausbildung oder doch eher ein Studium empfehlen würde.
Pauschal könne man diese Frage nicht beantworten, da man jeden jungen Menschen individuell betrachten müsse. Aus Benedikts Sicht ist eine Berufsausbildung für jeden wertvoll, auch wenn man bereits Abitur hat. Man hat dann einen Berufsabschluss in der Tasche und sammelt obendrein wertvolle Berufserfahrung. Ein Studium ist immer noch möglich, man hat aber gleichzeitig schon etwas mehr Lebens- und Berufserfahrung. Außerdem sind Fachkräfte mit abgeschlossener Ausbildung, egal ob im Handwerk, im Handel oder im sozialen Bereich derzeit stark gefragt. Der Berufsausbildung gehöre auf jeden Fall die Zukunft.

Er selber hat bei der Sparkasse Freyung-Grafenau eine Ausbildung zum Bankkaufmann absolviert, anschließend hat er noch ein Jahr bei der Sparkasse in der Geschäftsstelle Schönberg gearbeitet, ehe die Musterung gerufen hat. Seinen Zivildienst hat er dann bei den Wolfsteiner Werkstätten in Freyung abgelegt, eine Erfahrung die er nur jedem weiterempfehlen kann. Während dieser Zeit hat er sich entschlossen, nochmals die Schulbank zu drücken und hat seine fachgebundene Hochschulreife nachgeholt. Mit diesem Abschluss im Gepäck, hat Benedikt sich dann für ein Studium der Wirtschaftswissenschaften in Nürnberg entschieden und sich im zweiten Semester für den Schwerpunkt Wirtschaftspädagogik mit Zweitfach Sozialkunde, also für das Lehramt für berufliche Schulen entschieden.

So vielseitig wie die Ausbildung an der HOT Grafenau ist, so vielfältig sind auch die Berufsmöglichkeiten. So können die Absolventinnen und Absolventen in den Bereichen Hotel (Assistenz der Geschäftsführung, Front-/Backoffice), Marketing, Tourismus (Gästebetreuung und -beratung), Eventmanagement und Reise (Reiseplanung, -beratung und -betreuung) eingesetzt werden.
Neben den fachlichen Schwerpunkten lernen die Auszubildenden selbstständig, teamorientiert in Projekten zu arbeiten und eigeninitiativ nach praktischen Umsetzungsmöglichkeiten zu suchen.

Mehr Infos über die HOT Grafenau und das Angebot finden Sie hier.


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