Orangefarbene Riesen unterwegs auf Freyung-Grafenaus StraßenSchnee.Gestöber


Wer kann sich einen Berg vorstellen, der insgesamt 2200 Tonnen wiegt und in einer Halle liegt, wo er auf seinen Einsatz wartet? Einer der Männer, die das können, ist Hans-Peter Philipp, Winterdienstleiter, seit 35 Jahren beim Kreisbauhof und mitverantwortlich für schnee- und eisfreie Straßen.

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Eine Salzhalle ist so groß wie eine Sporthalle und fasst eine Menge von 2200 Tonnen Streusalz.

Der vom Landkreis zentral organisierte Kreisbauhof ist verantwortlich für 342 Kilometer schneefreie Straßen. Das bedeutet ganz schön viel Arbeit für die 35 Mitarbeiter, die für Sicherheit auf den Wegen der Region sorgen. Das beinhaltet alle landkreiseigenen Straßen sowie etwa 90 Brückenbauwerke.

Auch sonst ist alles gut durch organisiert. Es gibt eigene Mechaniker mit guter Ausrüstung und sieben Fremdunternehmer, die beim Winterräumdienst tatkräftig unterstützen und ab November einsatzbereit sind.

Insgesamt gibt es drei Salzhallen, eine Salzhalle ist dabei so groß wie eine Sporthalle und fasst eine Menge von 2200 Tonnen Streusalz. Über ein Hochsilo wird dieses dann in die Streufahrzeuge gefüllt bevor es zum nächsten Einsatz geht.

"Für einen sagen wir durchschnittlichen Winter brauchen wir etwa 5000 Tonnen Streusalz. In harten Wintern können es sogar 7500 Tonnen sein", erklärt Hans-Peter.


Für eine Tour braucht ein Fahrer etwa drei Stunden, Anfahrtszeiten nicht mit eingerechnet, den Streusalzeinsatz kann dieser selbst bestimmen.

"Man kann das nicht vom Büro aus entscheiden. Du kannst deinen Fahrern nicht sagen, dass so und so viel Salz reichen wird. Das muss der Fahrer vor Ort entscheiden, vor allem weil wir verschiedene Klimazonen in der Region haben." Alles, was auf den Straßen Freyung-Grafenaus gemacht wird, wird genauestens dokumentiert. Dies geschieht aus Gründen der Gründlichkeit, aber auch, um schwarze Schafe zu entlarven. Öfter als einmal ist es schon passiert, dass jemand behauptet, sein Wagen sei von einem Räumfahrzeug angefahren worden, obwohl zu dem Zeitpunkt an besagtem Ort gar kein Wagen des Kreisbauamtes in der Nähe gewesen ist.

Auch können sich viele Menschen nicht vorstellen, dass die Fachkräfte erst selbst zu ihrer Arbeitsstelle kommen müssen, bevor sie die Straßen von ihrer weißen Decke befreien können.

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"Unsere Fahrer müssen morgens auch erst von Passau oder Schönberg kommen, egal ob Schnee oder Eisregen liegt. Die wohnen nicht auf dem Gelände des Bauhofes, wie manche Leute vielleicht denken."

Die größte Herausforderung der Fahrer besteht aber im Räumen von Kreuzungen, vor allem in den Hauptverkehrszeiten. Dort müssen sie nicht nur auf den Verkehr acht geben, sondern auch mit ihrem überbreiten Fahrzeug und bis zu sechs Kubikmeter Streusalz Ladung rückwärts über vielbefahrene Straßen fahren.

Normalerweise bearbeiten die Fahrer ungefähr 30 Kilometer Straße, bevor sie ihre Runde beenden, wenn es Eisregen gibt oder es nicht aufhört zu schneien arbeiten sie sogar bis 22 Uhr.

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Wenn der Winter dann vorbei ist, geht es im Mai schon wieder darum, Verhandlungen über die nächste Salzlieferung für den kommenden Winter zu führen. 

Dass die Mitarbeiter des Kreisbauhofs gute Arbeit leisten ist unbestreitbar. So kommen die Bewohner des schneereichen Landkreises sicher von einem Ort zum anderen. "Und für diesen Winter haben wir noch mal 500 Tonnen Streusalz nach bestellt", schließt der Winterdienstleiter.


Text: Isabelle Matějka Bilder: Florian Fenzl

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